Einfach vegan backen ohne Ei

Vegan Guide: Einfach vegan backen

Vegan backen ohne Ei

Schon als Kind habe ich gerne gebacken – am allerliebsten Weihnachtsplätzchen (hier habe ich z.B. 3 kinderleichte vegane Plätzchenrezepte für dich parat)! Aber auch Kuchen, Muffins und herzhaftes Gebäck wie Quiche und Co. kamen später dazu. Ganz anders als beim Kochen fiel es mir beim Backen unglaublich schwer, den „veganen Schritt“ zu machen. Im ersten Jahr habe ich daher fast gar nicht gebacken – dabei ist vegan backen wirklich super einfach!

Rückblickend denke ich, dass ich einfach Angst davor hatte, wie liebgewonnene Rezepte plötzlich einfach nicht mehr funktionieren. Besonders in der Weihnachtsbäckerei ein absoluter Horror für mich. Ich bin in unserer Familie (und die ist groß!) die unangefochtene Plätzchen-Queen. Mehr Sorten als ich bäckt keiner und ich verziere und dekoriere immer mit besonders viel Liebe. Das erste Jahr war daher wirklich frustrierend.

Damit dir nicht das Gleiche passiert, und dir vegan backen auch das restliche Jahr über (nicht nur an Weihnachten) Spaß macht und prima gelingt, teile ich heute meine liebsten Tipps mit dir und welche, die andere erfolgreich ausprobiert haben.

*Die Nennung aller Marken, Produkte oder Geschäfte/Shops in diesem Beitrag erfolgt unbezahlt und basiert auf eigenen Erfahrungen!

 

Das erwartet dich

Wichtiger Hinweis vorneweg

Wie immer, wenn man ein Backrezept verändert, muss man sich da herantasten. Manchmal klappt es gleich beim ersten Mal, manchmal muss man 2-3 Versuche starten, bis man das Ergebnis so hat, wie man es sich vorstellt. Geduld ist das Zauberwort beim Verändern eines bestehenden Rezepts!

Denn auch wenn ich dir heute zeige, dass die eine Alternative zum Binden und die andere zum Auflockern ist, kann es dennoch sein, dass bei einem ganz bestimmten Rezept nur eine angegebenen „Binde-Varianten“ zum gewünschten Ergebnis führt.

Im Grunde ist es jedoch wirklich simpel, man kann so gut wie alles in vegan backen. Genaugenommen alles – ich bin bisher nur an einem einzigen Rezept gescheitert. Aber da bin ich zuversichtlich… das klappt auch noch irgendwann.

Vegan backen ohne Ei

Das Ei zu ersetzen ist die Köngisdisziplin, wenn man vegan backen möchte. Aber keine Panik – auch das ist gar nicht schwer!

Ei Ersetzen zum Auflockern (z.B. Rührteige wie Muffins & Co.)

Wenn Du z.B. Muffins oder einen Rührkuchen veganisieren möchtest, tauschst Du für jedes Ei eine der folgenden Möglichkeiten ein:

  • 1 EL Tapiokastärke + 1/3 TL Backpulver + Teig mit zusätzlich 1 EL Flüssigkeit anreichern (mein Favorit)
  • 60 g Sojajoghurt + Msp Backpulver + 1 Schuss Mineralwasser
  • 2 TL Natron + 2 EL Wasser oder 1 TL Essig + 1/2 TL Öl (aufschlagen)
  • 2 EL Mehl + 1 TL Backpulver + 2 EL Wasser (aufschlagen)
Veganer Eiersatz - Ei zum Auflockern
Ei vegan ersetzen - Ei zum Binden

Ei ersetzen zum Binden (Plätzchenteig, Mürbteigboden, Quiche etc.)

Wenn Du z.B. eine Quiche oder einen Kekse veganisieren möchtest, tauschst Du für jedes Ei eine der folgenden Möglichkeiten ein:

  • 1-2 EL Sojamehl + 2 EL Wasser
  • 2 EL Speisestärke + 2 EL Wasser
  • 60 g pürierter Seitentofu
  • 1 EL Tapiokastärke + 1 EL Pflanzenmilch (je nach Teig auch mal ohne Milch – mein persönlicher Favorit)
  • 60 g Apfel- oder Bananenmus + 1 TL Öl
  • 1-2 EL gemahlene Leinsamen oder Chiasamen + 3-4 EL Wasser (verrühren)

Mein allerliebster Ei-Ersatz - Tapiokastärke

Ich habe zu Beginn vor ein paar Jahren immer noch zu fertigen veganen Ei-Mischungen gegriffen (am liebsten zum ZauberEi von der Antersdorfern Mühle). 

Heute nutze ich von denen nur noch manchmal das ZauberEiweiß, für das meiste andere bevorzuge ich in der Regel Tapiokastärke (oder Sojamehl, wenn ich irgendwo bin, wo ich kein Tapioka bekomme). Das liegt daran, dass Tapioka bei Hitzeeinwirkung schmilzt und somit beim Backen eine ähnliche Konsistenz entwickelt wie Ei.

Statt 1 Ei nimmst Du einfach 1 EL Tapiokastärke + etwas Backpulver. Je nach Teig muss man dann noch um etwas Flüssigkeit ergänzen. Das heißt, dass Du bei einem sehr flüssigen Teig (wie z.B. Rührteig) eigentlich keine Flüssigkeit dazugeben musst. Bei einem Mürbeteig wiederum ist es gut, wenn Du für jeden TL Tapioka ca. 1 EL Pflanzenmilch (oder Wasser) dazugibst. Was die Dosierung der Flüssigkeit angeht fange ich beim ersten Mal eines neuen Reezpts immer mit wenig an und gebe ggf. etwas nach. Im Anschluss unbedingt aufschreiben, wie viel Du genommen hast – dann musst Du beim nächsten Mal nicht mehr danach schauen. 

Tapiokastärke als veganer Eiersatz
Franziska aka Allgäukind

Hey, ich bin Franzi!

Mein Motto lautet: Das Leben ist zu kurz, um schlecht zu essen.

Ich liebe Essen – darum muss es immer lecker sein! Genauso sehr liebe ich es, wenn dieses Essen einfach zuzubereiten ist und bestenfalls auch noch schnell.  Also am liebsten easy peasy und mit Spaß in den Alltag integrierbar. 

Meine liebsten und bewährtesten Rezepte teile ich hier mit dir und und freue mich, wenn diese auch dich in deinem Alltag unterstützen – ganz einfach & mit Genuss! 

Herzliche Grüße, Franzi

Ich wurde bei der Fachfernschule ecodemy ausgebildet!

Ei ersetzen für veganen Eischnee

Eischnee aus 4-5 Eiern kannst Du wie folgt ersetzen:

  • 120 ml Aquafaba/Kichererbsenwasser + 1 TL Weinsteinbackpulver + 1 TL Johannisbrotkernmehl 3-4 Minuten lang mit dem Handrührgerät aufschlagen – für süßen Eischnee einfach 40 – 50 g Puderzucker dazugeben

Mit etwas weniger Aufwand geht es aber auch, hier verweise ich nochmals auf das ZauberEiweiss von der Antersdorfer Mühle (*Werbung ohne Auftrag):

  • 1 Eiweiß = 5 g ZauberEiweiß + 25 ml Wasser 

    ZauberEiweiß und Wasser mit einem Handrührgerät (Rührschüssle und Rührbesen müssen fettfrei sein!) auf höchster Stufe ca. 10 Minuten steif schlagen und nach Rezept weiterverarbeiten

Einfach veganen Eischnee zubereiten

Vegan backen ohne Butter

Butter kannst Du ganz einfach gegen die gleiche Menge an pflanzlicher Margarine bzw. veganer Butter austauschen.

ACHTUNG: Pflanzenmargarine ist nicht automatisch vegan – hier immer die Zutatenliste überprüfen. Oft ist dennoch Milch enthalten.

„Sicher“ vegan sind z.B. folgende Butter-Alternativprodukte:

  • Vegan Block von Naturli
  • Landkrone Bio Margarine
  • Alsan
  • Alsan Bio
  • Rama
  • Rama Bio
  • uvm.
Du willst noch mehr zu veganer Butter erfahren? Dann schau in meinem Artikel über vegane Butteralternativen vorbei, hier zeige ich dir nicht nur Sorten zum Backen.

Vegan backen ohne Milch

Milch kannst Du ganz einfach gegen die gleiche Menge an Pflanzendrink austauschen. Welche Du nimmst, hängt von deinem persönlichen Geschmack ab – Pflanzenmilch hat keine speziellen Back-Eigenschaften, die mit einer bestimmten Sorte zusammenhängen.

Ja, das geht tatsächlich ultraeinfach.

Vegan backen ohne Gelatine

Auch Gelatine lässt sich heute relativ einfach austauschen, wenn man vegan backen möchte. Du willst etwas wie Tortenfüllungen, Cremes, Kompott zubereiten?  Dann mach einfach Folgendes:

  • 1-2 TL Agar Agar + 500 ml Flüssigkeit verrühren, aufkochen + 10 Minuten köcheln lassen, für mindestens 6 Stunden abkühlen lassen (am besten über Nacht)
  • 2,5 TL Johannisbrotkernmehl + 500 ml Flüssigkeit verrühren, funktioniert auch kalt
  • 3-4 TL Puddingpulver mit ca. 50 ml Flüssigkeit anrühren, 450 ml Flüssigkeit aufkochen und Mischung hineinrühren, nochmal kurz aufkochen
Gelatine vegan ersetzen

Vegan backen ohne Honig

Honig kommt besonders in gesunden veganen Backrezepten häufig vor, immer dann, wenn man auf Industriezucker verzichten möchte. Hier kannst Du die angegebenen Mengen ebenfalls ganz einfach 1:1 austauschen:

  • Agaven-, Apfel- oder Birnendicksaft
  • Ahorn-, Dattel-, Reis-, Oder Zuckerrübensirup
  • Vollreismalz

Hier kommt es ganz auf deinen persönlichen Geschmack an, nimm einfach das, was Du ohnehin Zuhause hast. 🙂

Veganes Gebäck verzieren & dekorieren

Wenn Du fertig bist mit Backen, geht es in der Regel an die Kür – das optische Aufhübschen und Verzieren! Ich gehöre zu denen, denen das mit am meisten Spaß macht – alles was man neben den richtigen Zutaten für ein schönes Ergebnis braucht, ist etwas Zeit. Ich habe anfangs den Fehler gemacht zu denken, dass so ein bisschen Glasur ja schnell aufgetragen ist. Ja, ist sie theoretisch auch, allerdings sieht es dann nicht zwingend hübsch aus. 

Aber zurück zum eigentlichen Thema – wie dekorierst Du dein Backwerk denn nun vegan? Ganz einfach.

  • Schokoladenüberzüge und Verzierungen kannst Du ganz wunderbar ohne Tierleid kreieren. Zartbitterkuverzüre ist fast immer vegan (egal ob Edeka oder Lidl – hier hat eigentlich jeder eine im Sortiment -*Werbung ohne Auftrag-) und es gibt auch immer mehr Kuvertüren aus Reismilch. 
  • Wenn Du dein Gebäck bunt verzieren möchtest, kannst Du auf Lebensmittelfarbe zurückgreifen. Im Bioladen gibt es z.B. viele schöne Produkte von BIOVEGAN, die Du bedenkenlos kaufen kannst. Ansonsten bitte unbedingt auf die Zutatenliste schauen, besonders Rot oder Orange werden immer noch mit Karmin (Läuse) hergestellt, das kannst Du unter dem Lebensmittelzusatzstoff E120 entlarven. 
  • Zuckerperlen und Co. – hier entweder direkt als vegan deklariert kaufen, oder alternativ immer die Zutatenliste checken, viele sind vegan, viele aber auch nicht – und zwar ohne jedes erkennbare System (Milchzucker ist es meist, der einem die Tour vermasselt)
  • Marzipan ist grundsätzlich rein pflanzlich
  • Nougat und fertiges Rollfondant sind häufig „aus Versehen vegan“ – in dem Fall auch einfach die Zutatenliste checken. 

 

Vegan backen - einfacher als man denkt

Wie Du siehst, ist es wirklich viel einfacher als man denkt, wenn man vegan backen möchte. Ich wünsche dir in jedem Fall ganz viel Freude dabei, deine alten Lieblingsrezepte zu veganisieren oder auch komplett neue Rezepte zu kreieren. 

Ich bin sicher, Du wirst Familie und Freunde manches Mal damit verblüffen, dass dein Mitbringsel tatsächlich vegan ist. Denn ich schwöre: man schmeckt es nicht.

Gutes Gelingen und bis bald!

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